Rachenbräune und die weißen Frieseln

Der GALLUS DIABOLI spielt im ausgehenden 18. Jahrhundert, und auch wenn manches in der Geschichte im Phantastischen seine Wurzeln hat, so habe ich versucht, die Erzählung selbst realistisch in der damaligen Zeit zu verorten.


Wer sich nun also fragt, was bitte die im vorstehenden Zitat erwähnten weißen Frieseln sind, kann sich glücklich schätzen, es nicht zu wissen.

Denn die Medizin vor rund 250 Jahren war weit von den Segnungen unserer modernen Gesundheitsversorgung entfernt, und besagte Frieseln, die man heute wohl als Masern bezeichnen würde, waren oftmals ein Todesurteil - wie in dieser Passage für die kleine Ursula.

Gewiss wollte man auch nicht am Wurmfieber (Typhus), an der Rachenbräune (Diphtherie) oder einer Abzehrung (Tuberkulose) leiden, weil es dann zweifellos ratsam erschien, schon einmal den Sargmacher zu bestellen. Und den Herrn Pfarrer, der letzten Sakramente halber.

Recherche tut also auch bei belletristischen Leichtgewichten wie dieser Novellette not (so heißt das tatsächlich), und wenn man sie nicht gerade hat, klingen weiße Frieseln eigentlich gar nicht mal so übel.

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